Fassade verputzen

Eine sauber verputzte Fassade schützt das Mauerwerk dauerhaft vor Witterungseinflüssen und sorgt zugleich für ein gepflegtes, gleichmäßiges Erscheinungsbild. Damit das Ergebnis überzeugt, kommt es vor allem auf eine gründliche Vorbereitung, den fachgerechten Aufbau der einzelnen Putzschichten und ausreichend Trocknungszeit an. In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du vom Ausmessen und Vorbereiten des Untergrunds über die Sockel- und Profilbearbeitung bis hin zum Oberputz systematisch vorgehst.

Vorbereitung und Untergrund herrichten
Sockel abdichten und Putzprofil setzen
Unterputz und Grundputz aufbringen
Oberputz vorbereiten und Sockel fertigstellen
Oberputz auftragen und strukturieren

Fassade verputzen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Fassade verputzen: Vorbereitung und Untergrund herrichten

Zunächst berechnest du die benötigte Putzmenge. Hierzu werden die relevanten Flächen ausgemessen. Verwende dafür am besten ein Laser-Distanzmessgerät.

Bei Bedarf kannst du ein Baugerüst aufstellen, um sämtliche Stellen an den Wänden gut erreichen zu können. Alle Fallrohre werden demontiert, bevor es losgehen kann. Löcher und Unebenheiten spachtelst du mit einem auf das Putzsystem abgestimmten Klebespachtel aus. Überstehende oder lockere Materialreste schlägst du vorsichtig mit Hammer oder Spachtel ab, damit der Untergrund eben und tragfähig ist.

Überstände kannst du einfach abschlagen. Fenster und Türen gründlich reinigen. An den Außenkanten setzt du bündig zu den Wandflächen Anputzprofile. Anschließend werden die Abdeckstreifen entfernt und Schutzfolie montiert. Auch Fensterbänke und Dachsparren erhalten eine Folienabdeckung, wobei ausreichend Platz für die spätere Putzdicke eingeplant wird. Stark saugende Untergründe behandelst du mit Tiefengrund.

Verwende dafür eine Tiefengrundbürste. Für größere Flächen nimmst du am besten ein Drucksprühgerät. Vergiss dabei nicht, Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

Wo verschiedene Baumaterialien aneinanderstoßen, müssen Übergänge überbrückt werden, damit der Putz später an diesen Stellen nicht reißt. Hierfür wird Armierungsgewebe verwendet. Mit der glatten Seite einer Kelle wird eine dünne Schicht Klebespachtel am Materialübergang aufgetragen. Bringe das Armierungsgewebe ein und zwar so, dass es in die verschiedenen Baumaterialien überall 10 cm hineinragt.

Verwende die gezahnte Kellenseite zum faltenfreien Einarbeiten des Gewebes in das Klebespachtelbett. Anschließend wird die Masse mit einem Fassadenspachtel geglättet.

Lass den Klebespachtel vollständig trocknen. In der Regel dauert das mindestens drei Tage, abhängig von Material, Temperatur und Luftfeuchte. Stelle sicher, dass die Schicht komplett trocken und belastbar ist, bevor du weiterarbeitest.

Zieh mit einer Richtlatte und einem Bleistift eine gerade Linie mindestens 30 cm über Geländeoberkante, um die Sockelhöhe festzulegen. Damit schützt du die Fassade vor aufsteigender Feuchtigkeit.

Übergänge zu angrenzenden Flächen, die nicht verputzt werden sollen, werden abgeklebt.

Fassade verputzen: Sockel abdichten und Putzprofil setzen

Rühre die Dichtungsschlämme für den Sockel gemäß Herstellerangaben an. Nässe den Sockel leicht vor, bevor du die Dichtungsschlämme mit einem Quast aufträgst. Bleibe dabei leicht unterhalb deiner Markierungslinie, sodass diese später noch sichtbar ist.

Wenn du die Schlämme vollständig aufgetragen hast, solltest du den Vorgang noch ein zweites Mal durchführen.

Solange die Dichtschlämme noch feucht ist, wird der Vorspritzmörtel aufgebracht. Dieses Mal streichst du das Material aber nicht auf die Fläche, sondern wirfst es mit dem Quast in zügigen Bewegungen auf die Wand.

Vor dem Setzen der Putzprofile werden die Spachtelüberstände mithilfe des Gitterrabots geglättet. Die Eckprofile (1), die du an sämtlichen Hausecken setzt, werden mit dem Winkelschleifer zugeschnitten und mit Eckschienenmörtel angebracht. Achte auch hier auf die Herstellerangaben.

In einem Abstand von etwa 30-40 cm werden Mörtelbatzen auf die jeweilige Kante aufgebracht. Setze nun das Eckprofil, streiche den Mörtel glatt und prüfe mit der Wasserwaage nach. Die Profile müssen exakt senkrecht sitzen. An Fenstern und Türen werden ebenfalls Eckprofile gesetzt. Wenn es eine an die Fassade angrenzende Mauer oder andere angrenzende Baumaterialien gibt, werden an den Übergängen einfache Abschlussschienen gesetzt.

Über der waagerechten Markierung setzt du Sockelabschlussleisten (2). Wenn du zwei dieser Leisten nebeneinander verbinden musst, funktioniert das so: am Metall der Leisten sitzen bewegliche Kunststoffschienen, die du so verschiebst, dass die nächste Leiste einfach
angesetzt werden kann. Schnellputzprofile (3) werden an der höchsten Unebenheit im Mauerwerk ausgerichtet und auf der Fläche senkrecht gesetzt, und zwar unten auf den Sockelleisten aufsitzend.

Generell gilt: je mehr gesetzte Schnellputzprofile, umso leichter das Auftragen und Abziehen des Grundputzes. Die Schnellputzprofile dürfen maximal so weit auseinander liegen, dass das Abziehwerkzeug die Zwischenräume überspannt und bestenfalls noch etwas über die beiden jeweiligen Profile hinausragt. Auch oben am Giebel werden Schnellputzprofile gesetzt, in diesem Fall schräg, also parallel zum Giebel. Mit einer über die Profile angelegten Richtlatte bzw. auf langen Strecken mit einer gespannten Maurerschnur, prüfst du nach, ob die Profile in einer Flucht liegen.

Fassade verputzen: Unterputz und Grundputz aufbringen

Lasse vor dem nächsten Arbeitsschritt alles gut durchtrocknen! Unterhalb der Sockelabschlussleiste wird mit einer rostfreien Glättkelle Zementsockelputz aufgetragen. Den Zementsockelputz ansteifen lassen. Bei hohen Temperaturen nachnässen oder verschatten, um ein zu schnelles Abbinden zu vermeiden.

Solange die Fläche noch feucht ist, reibst du sie mit einem Filzbrett ab, wodurch der Putz geglättet und die Sinterschicht entfernt wird. Die Sinterschicht ist eine Kalkablagerung, die während der Trocknung an der Oberfläche entsteht. Wenn die Fläche während des Abfilzens aufreißt, ist sie noch zu nass.

Trage den Grundputz zunächst in den Fensterlaibungen und dann auf den Flächen auf. Hierfür verwendest du eine Glättkelle. Der überschüssige Putz wird abgezogen, indem du die Abziehlatte an den Profilen anliegend nach oben ziehst. Die einzelnen Felder zwischen den Putzprofilen sollten in einem Schwung bearbeitet werden. Zwischen den Feldern können Pausen eingelegt werden.

Armierungspfeile verhindern das Reißen des Putzes an den Tür- und Fensterecken. Die Pfeile stellst du aus Armierungsgewebe her. An den Tür- und Fensterecken wird das Gewebe eingebracht und mit Putz überzogen, sodass es nach dem Arbeitsschritt nicht mehr sichtbar ist. Nachdem der Putz angesteift ist, wird die Fläche mit dem Gitterrabot komplett abgerieben. So glättest du die Fläche und entfernst gleichzeitig die Sinterschicht.

An Übergängen von der Wand zu Holzbalken muss durch einen Kellenschnitt der Putz vom Holz getrennt werden. Ein Messer kannst du dafür alternativ verwenden. Wichtig ist, die Materialien komplett voneinander zu trennen, indem du mit dem Werkzeug bis zum Mauerwerk vordringst. Nun werden die frisch verputzten Flächen mit Fassadennetzen zugehängt, wodurch Regen und Sonneneinstrahlung abgehalten wird.

Dein Baugerüst und Regenrinnen können hilfreich sein, um die Netze z.B. mit Kabelbindern daran zu befestigen. Entferne nun Klebebänder, solange der Putz noch feucht ist. Nun benötigt deine Fassade eine längere Trocknungsphase. Mit etwa zwei Wochen solltest du rechnen, beachte an dieser Stelle aber wieder die Angaben des Herstellers.

Fassade verputzen: Oberputz vorbereiten und Sockel fertigstellen

Bevor der Oberputz aufgebracht wird, klebst du die Fenster etc. wieder ab und schützt sie dadurch, wobei du beim Abkleben einen Abstand (Stärke des Oberputzes) zur Wand einhältst. Oberhalb des Sockels trägst du nun von oben beginnend mit einem Fassadenroller oder Pinsel gleichmäßig Universalgrundierung auf. Lass die Fläche danach gut trocknen.

Trage unten auf den Sockel die zweite Schicht Zementsockelputz mit einer Stahltraufel auf und glätte die Fläche mit der Abziehlatte. Zuvor solltest du die Fläche noch etwas nässen. Kratze Putz ab, der versehentlich über die Sockellinie gerät.

Nachdem der Putz am Sockel etwas angesteift ist, wird er mit dem Schwammbrett in kreisförmigen Bewegungen abgerieben. Feuchte den Schwamm dazu mit Wasser an und achte darauf, dass der Putz bei diesem Arbeitsschritt die richtige Konsistenz hat, also genügend angesteift ist. Zu fest darf die Putzoberfläche aber auch noch nicht sein. Zwischendurch sollte das Schwammbrett regelmäßig abgespült werden, wofür sich ein Wascheimer mit Rollenaufsatz gut eignet.

Lass den Sockel gut durchtrocknen. Nun ziehst du eine gerade Markierungslinie, die den Sockel von der oberen Fassadenfläche separiert. Verwende hierfür am besten eine Schlagschnur. Genau unterhalb der Linie bringst du einen Streifen Putzband waagerecht an. Putzband klebt auch auf leicht rauhen Oberflächen. Drücke es gut fest und achte darauf, dass es sich nicht löst. Mit Abdeckfolie wird dann der Sockel komplett verdeckt und somit geschützt.

Fassade verputzen: Oberputz auftragen und strukturieren

Bevor du nun im letzten Arbeitsschritt den Oberputz auf die Fassade bringst, sollte
das Werkzeug gut gesäubert werden. Rühre den Oberputz gemäß Herstellerangaben an, und zwar genug um eine komplette Wand in einem Zug verputzen zu können. Trage das Material mit der Glättkelle in Kornstärke gleichmäßig von oben nach unten auf. In Kornstärke bedeutet, dass du das Material nicht dicker aufträgst, als die einzelnen Putzkörner groß sind. Es muss nass-in-nass gearbeitet werden, damit keine sichtbaren Ansätze entstehen. Übergänge dürfen nicht antrocknen, da sie sonst später zu sehen sind. Mit einem Kunststoffreibebrett reibst du abschließend in kleinen Schwingbewegungen über die Fläche sowie über alle Fenster- und Türlaibungen. So erhält der Putz ein einheitliches Gesamtbild.

Sobald der Putz leicht angetrocknet ist, kannst du Unebenheiten an den Kanten mit einem angefeuchteten Pinsel vorsichtig ausgleichen. Beachte, dass der Putz noch nicht trocken sein darf, wenn du die Klebebänder und Schutzlaschen an den Anputzleisten entfernst.


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